Wenn du gerade eine Detox-Kur mit Mariendistel für deine Leber machst, ist das eine gute Gelegenheit, einmal deine Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Davon profitiert nicht nur deine Leber, sondern es hat auch andere positive Effekte, wie Gewichtsverlust oder eine allgemeine Verbesserung des Gesundheitszustands.

Wirkung von Mariendistel auf die Leber und die Verdauung

Mann hält sich den BauchEine gesunde Leber reinigt den Körper und wandelt Stoffe wie Zucker oder Alkohol in Fette um. Mariendistel wird hauptsächlich eingesetzt, um die Leber zu stärken oder zu regenerieren. Insbesondere nach Erkrankungen (bspw. Hepatitis B oder C oder Zirrhose) oder durch die Einnahme von Medikamenten, Alkohol oder Drogen, kann die Leber angegriffen sein.

Neben der Leber wirkt sich Mariendistel aber auch positiv auf andere Organe aus – hier wollen wir uns speziell die Verdauung genauer anschauen.

Um die Nahrung zu verdauen, werden Bitterstoffe benötigt. Bitterstoffe regen die Leber dazu an, Gallensaft zu produzieren. Durch die Gallensaft wird Fett zu kleinsten Tröpfchen zerlegt, die dann im Körper weiterverwertet werden können. Des Weiteren fördern Bitterstoffe die Tätigkeit des Darms (sog. Peristaltik), so dass der verdaute Nahrungsbrei durch den Körper transportiert werden kann.
Unsere heutige Nahrung enthält wenig Bitterstoffe, da süße oder salzige Geschmäcker dem bitteren Geschmack vorgezogen werden. Überlege einmal selbst, wie oft Lebensmittel wie bspw. Chicorée, Radicchio, Artischocken und co. auf deinem Speiseplan stehen. Dadurch, dass für die Verdauung wenig Bitterstoffe zur Verfügung stehen, arbeitet unser Stoffwechsel langsamer. Verdauungsprobleme, wie Verstopfung, Blähungen oder Sodbrennen können die Folge sein.


Wenn Bitterstoffe – z.B. in Form von Mariendistel – 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden, regen sie die Verdauung und den Stoffwechsel an.

Mariendistel zum Abnehmen

WaageNun haben wir schon ausführlich darüber gesprochen, wie Mariendistel (genauer: die enthaltenen Bitterstoffe) auf die Verdauung wirkt:
  • Die Verdauung wird angeregt.
  • Der Stoffwechsel wird angekurbelt.

Kann die Mariendistel also beim Abnehmen helfen? – Dafür gibt es wissenschaftlich nicht genug Beweise. Wer erwartet, allein durch das Einnehmen von Mariendistel Gewicht zu verlieren (weil ja der Darm «schneller arbeitet») wird enttäuscht werden.

Wenn du aber durch eine gesündere Ernährung abnehmen möchtest, könnte Mariendistel eine gute Unterstützung sein, gleichzeitig deine Leber auf Vordermann zu bringen.

Welche Inhaltsstoffe enthält Mariendistel

Der Wirkstoff der Mariendistel heißt Silymarin. Silymarin setzt sich aus den sekundären Pflanzenstoffen (sog. Flavonoide) Silybinin, Silychristin und Silydianin zusammen. Silymarin ist in der ganzen Pflanze enthalten, wobei die Konzentration in den Früchten und den Samen am höchsten ist. Der Gehalt ist allerdings gar nicht so hoch: nur 1,5 bis 3% Silymarin ist in den Früchten bzw. den Samen enthalten. Deshalb werden in Medikamenten und Nahrungsergänzungmitteln häufig Extrakte eingesetzt.

Forscher haben die Wirkung von Silymarin auf die Leber genauer untersucht. Dabei haben sie herausgefunden, dass Silymarin die äußere Hülle (sog. Zellmembran) der Leberzellen stabilisiert. Dadurch können giftige Stoffe weniger gut in die Leberzelle eindringen. Zum anderen kann Silymarin bewirken, dass sich die Leber nach einer Schädigung (durch Krankheit, Drogen oder Medikamente) schneller wieder regeneriert.

Erkenntnisse der Forschung über Mariendistel

In Studien wurde die Behandlung von Lebererkrankungen, die Behandlung und Vorbeugung von Krebs und die unterstützende Behandlung von Amanita phalloides-Vergiftungen (ein Giftpilz) untersucht. Allerdings sind die Ergebnisse oft widersprüchlich. Zurzeit werden klinische Studien im durchgeführt, um die Wirkung von Mariendistel auf Bereich Krebspatienten und Infektionskrankheiten weiter zu untersuchen.

In einer Studie aus 2002 wurde außerdem die Wirkung von Mariendistel auf das Immunsystem untersucht. In der Studie wurde untersucht, dass Mariendistel das Immunsystem stimuliert. Diese Wirkung kann für eine Erhöhung der Immunität gegen Infektionskrankheiten von Vorteil sein.

In weiteren Studien aus 2007 wurde die Wirkung von Mariendistel bei Patienten mit Lebererkrankungen, Krebs, Hepatitis C, HIV, Diabetes und Hypercholesterinämie untersucht. Die Ergebnisse waren vielversprechend und sollen durch weitere Belege gestützt werden.

In Tierversuchen aus 2010 wurde nachgewiesen, dass Silymarin eine Schädigung der Leber durch Paracetamol, Tetrachlorkohlenstoff, Strahlung, Eisenüberladung, Phenylhydrazin, Alkohol, kalte Ischämie und Amanita phalloides reduziert.

In einer aktuellen Studie aus 2020 wurde in einem Tierversuch an Mäusen die Wirkung von Silibinin auf Entzündungen des Fettgewebes und auf Fettleibigkeit untersucht. In den Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Silibinin als entzündungshemmende Therapie eingesetzt werden kann und eine mögliche Alternative zur Behandlung von Fettleibigkeit darstellt.

Fazit

Abnehmen verlangt vor allem Durchhaltevermögen und Geduld. Die größten Erfolgsfaktoren fürs Abnehmen sind immer eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Mariendistel kann beim Abnehmen keine Wunder vollbringen, indem es deine Verdauung schneller arbeiten lässt. Aber Mariendistel – genauer gesagt die enthaltenen Bitterstoffe – kann deine Leber, deine Verdauung und deinen Stoffwechsel unterstützen.

Liebe Grüße, Thea

Studien zu Mariendistel:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16225032/ (Milk thistle)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12444368/ (Immunostimulatory effect of Silybum Marianum (milk thistle) extract)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17548793/ (Review of clinical trials evaluating safety and efficacy of milk thistle (Silybum marianum [L.] Gaertn.))

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20564545/ (Milk thistle in liver diseases: past, present, future)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24672644/ (Hepatoprotective effect of silymarin)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31973745/ (Silibinin attenuates adipose tissue inflammation and reverses obesity and its complications in diet-induced obesity model in mice)