Während der Schwangerschaft kommt dem Thema Ernährung eine besondere Bedeutung zu. Auf der einen Seite steigt dein Nährstoffbedarf immens – das Baby will schließlich gut versorgt sein. Da ist es naheliegend, sich einmal umzuschauen, ob Superfoods deine Nahrung vielleicht sinnvoll ergänzen können. Während du Gerstengras in der Schwangerschaft ohne Bedenken genießen kannst, solltest du auf andere Superfoods lieber verzichten - zum Beispiel auf Kurkuma.

Warum du Kurkuma in der Schwangerschaft vermeiden solltest

Kurkuma während der Schwangerschaft

Kurkuma werden viele positive Eigenschaften nachgesagt, zum Beispiel, dass es antioxidativ und entzündungshemmend wirkt und die Verdauung fördert. Doch warum kann dein Körper während der Schwangerschaft nicht von einer möglichen positiven Wirkung profitieren?

Kurkuma kann bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Für Schwangere ist eine intakte Verdauung aber besonders wichtig, denn schließlich müssen aus der Nahrung mehr Nährstoffe gewonnen werden, um die Mutter und das Baby zu versorgen. Dafür ist während der Schwangerschaft das Hormon Progesteron verantwortlich: es sorgt dafür, dass die Verdauung langsamer arbeitet. Dadurch passiert die Nahrung den Magen-Darm-Trakt langsamer und die Nahrung kann besser verwertet werden.

Curcumin ist der Wirkstoff in Kurkuma Pulver, ein Antioxidans. Curcumin steht im Verdacht, den Östrogenspiegel zu beeinflussen, sofern größere Mengen an Kurkuma eingenommen werden. Curcumin weist östrogenähnliche Verbindungen (Phytoöstrogene) auf. Diese Phytoöstrogene haben eine östrogenähnliche Wirkung. Das weibliche Sexualhormon Östrogen spielt in der Schwangerschaft aber eine wichtige Rolle: es sorgt u.a. für das Wachstum der Plazenta – dem Teil, welcher für die Versorgung des Embryos verantwortlich ist.

Im schlimmsten Fall können Magen-Darm-Beschwerden bzw. ein veränderter Östrogenspiegel Wehen auslösen. Gleichzeitig wird die Blutgerinnung gehemmt, wodurch Blutungen auftreten können. Letztendlich könnte dadurch eine Fehlgeburt ausgelöst werden.

Was sagt die Wissenschaft zu Kurkuma während der Schwangerschaft?

Derzeit gibt es noch keine wissenschaftlichen Studien, die die Wirkung und Sicherheit von Kurkuma in der Schwangerschaft untersucht haben. Insbesondere gibt es keine Langzeitstudien zu diesem Thema. Alle Studien beziehen sich auf Tierversuche – doch offensichtlich unterscheidet sich der Organismus von Tieren in vielen Punkten von dem des Menschen. Daher ist es schwierig, die gewonnenen Erkenntnisse direkt auf den Menschen zu übertragen. Um einschätzen zu können, ob Kurkuma während der Schwangerschaft ein sicheres Lebensmittel ist, müssen weitere klinische Studien mit Menschen durchgeführt werden.

Welche Menge an Kurkuma kann ich in der Schwangerschaft ohne Bedenken essen?

Kurkuma als GewürzAn dieser Stelle wollen wir einmal genauer auf die Dosierung des Kurkumas eingehen.

Geringe Mengen Kurkuma (z.B. beim Würzen)

Verwendest du beim Kochen nur eine Prise Kurkumapulver oder Currypulver (Currypulver ist eine Gewürzmischung, die u.a. Kurkuma enthält) ist deine Schwangerschaft nicht gleich gefährdet. Laut Informationen der Verbraucherzentrale ist gegen die Nutzung von Kurkuma als Gewürz während der Schwangerschaft nichts einzuwenden. Während der Recherche bin ich auch auf Quellen gestoßen, die grundsätzlich von der Verwendung von Kurkuma während der Schwangerschaft abraten. Falls du solche Informationen findest, empfehle ich dir, zu prüfen wie seriös die Quelle ist und woher die Information kommt (z.B. ob eine Studie verlinkt wird).

Größere Mengen Kurkuma (z.B. in Goldener Milch)

Auf größere Mengen Kurkuma, wie sie zum Beispiel im Rezept für goldene Milch oder in Kurkuma-Ingwer-Shots verwendet werden, solltest du besser verzichten. Für Goldene Milch wird eine Menge von 1 Teelöffel Kurkumapulver verwendet. Das entspricht ca. 5g Kurkuma. Generell empfiehlt die EFSA (European Food Safety Authority) täglich nicht mehr als 3mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen. Für eine erwachsene Frau mit einem Gewicht von 60kg würde die EFSA dementsprechend eine Höchstmenge von 180mg Curcumin empfehlen. 180mg Curcumin sind in ca. 3.6g Kurkuma Pulver enthalten (bei einem angenommenen Curcumingehalt von 5%).

Kurkuma hochdosiert

Die Dosierungen in Nahrungsergänzungsmitteln sind mit 150mg bis 500mg Curcumin pro Tagesdosis meistens noch höher. Da die Wirkung solcher hochdosierten Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft noch nicht genug erforscht ist, solltest du vorsichtshalber komplett darauf verzichten. Das ist die Empfehlung offizieller Stellen, wie bspw. der Verbraucherzentrale.




Fazit zur Einnahme von Kurkuma während der Schwangerschaft

Noch fehlen medizinische Langzeitstudien, welche die Sicherheit von Kurkuma während der Schwangerschaft belegen. Daher solltest du vorsichtshalber während der Schwangerschaft erst einmal auf das Superfood verzichten. Einig sind sich die Wissenschaftler und Ärzte aber, dass hochdosierte Mengen von Kurkuma während der Schwangerschaft tabu sind. Grund dafür ist, dass eine hohe Dosis von Curcumin zu Blutungen in der Gebärmutter führen kann und gleichzeitig Wehen auslösen könnte. Im schlimmsten Fall wird dadurch eine Fehlgeburt ausgelöst.

Relevante Studien zu Kurkuma:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19881304/ (Östrogene Aktivität von Phytoöstrogenen aus Curcuma xanthorrhiza)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32217147/ (Die Wirkung von Curcumin auf Tumore in den Fortpflanzungsorganen)